US-Polizist erschießt Schwarzen vor Garage

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Ein Mann in der US-Stadt Columbus lässt sein Auto immer wieder an, die Nachbarn rufen die Polizei. Sie erschießt den 47-jährigen Schwarzen. Eine Waffe hatte der nicht dabei.

Im US-Bundesstaat Ohio ist erneut ein Afroamerikaner bei einem umstrittenen Polizeieinsatz getötet worden. Dies teilte der Bürgermeister der Stadt Columbus, Andrew Ginther mit. Der beteiligte Polizist habe seine Körperkamera nicht angeschaltet, was inakzeptabel sei. Der Beamte sei vom Dienst suspendiert worden.

Die Kameras der Polizisten in Columbus haben jedoch eine Erinnerungsfunktion. Sie speichert nachträglich die vorherigen 60 Sekunden, sobald das Gerät aktiviert wird. Darauf ist laut US-Medienberichten der Vorfall zu sehen, aber kein Ton vorhanden. Eine Untersuchung des Falles wurde eingeleitet.

Die Polizei von Columbus teilte mit, Beamte seien von einem Anwohner herbeigerufen worden, der beobachtet habe, wie ein Mann über längere Zeit in einem Auto gesessen und dieses an- und ausgeschaltet habe. Bei ihrer Ankunft hätten die Polizisten eine offene Garage vorgefunden, aus der ein Mann herausgekommen sei. Er habe ein Handy in seiner linken Hand getragen, seine rechte Hand sei nicht sichtbar gewesen. Einer der Polizisten habe daraufhin auf den Mann geschossen.

Der 47-Jährige starb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Eine Waffe hatte er nicht getragen. Laut Polizei wurde dem Mann zu spät Erste Hilfe geleistet. Der suspendierte Beamte war laut NBC seit 18 Jahren bei der Polizei.

Ähnlicher Fall vor wenigen Wochen

Erst Anfang Dezember war in Columbus ein Afroamerikaner bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Laut Polizei hatte ein Beamter den 23-Jährigen namens Casey Goodson bei der Fahndung nach Verdächtigen erschossen. Goodson sei aber nicht die gesuchte Person gewesen. Die Anwälte von dessen Familie erhoben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie erklärten, Goodson sei erschossen worden, als er seine Haustür aufgeschlossen habe.

In den USA ist es in diesem Jahr immer wieder zu heftigen Protesten wegen Polizeigewalt gegen Schwarze gekommen. Prominentestes Opfer war der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota getötet worden war. Unter dem Motto "Black Lives Matter" kam es in den USA monatelang zu Massendemonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus, die teils von Ausschreitungen überschattet wurden.

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